Bei facebook hat Kathinka Pasveer ein Stockhausen-Zitat (von 1973) eingegeben, in dem er vom Ende der einzelnen Religionen spricht: Angesichts der einen Welt sei es schwer möglich, bei
einer einzelnen Religion zu bleiben. Das klingt gut, paßt auch zu Stockhausens Werken aus den Jahren davor, zu TELEMUSIK und HYMNEN, die die Musik, die Klanglichkeit der ganzen Welt zu verwenden suchen.
Dennoch empfinde ich das als Halbwahrheit. Wenn Religion die Art und Weise der konkreten
In seinem Buch "Die Ordnung der Klänge" thematisiert Murray Schafer die sich geschichtlich wandelnde alltägliche Klangumgebung der Menschen. So hatten die Menschen des 18. Jahrhunderts natürlich die Klangumgebung der Postkutsche vor Ohren. Als Menschen ihrer Zeit trifft das auch auf die großen Komponisten des klassischen Zeitalters zu: Die Rhythmik ihrer Stücke ist von da her geprägt und auch die Gestalt der Themen, mit denen sie arbeiten, läßt diese alltägliche Klangwelt ihrer Gegenwart erkennen - so die These von Schafer.
Gestern hörte ich einen Klavierabend, den Frank Gutschmidt an der Hanns Eisler-Hochschule in Berlin gab, ein schönes und sehr anspruchsvolles Programm mit Werken von Paul-Heinz Dittrich (eine sehr spannende und lohnende Begegnung!), Allain Gaussin und Stockhausen. Der Pianist begeisterte mit enormer Virtuosität, aber mehr noch durch eine sehr sensible und farbenreiche Anschlagskultur, und nicht zuletzt hatte man immer den Eindruck, er wußte, wovon die Rede war, er hatte die Stücke auch geistig durchdrungen.
Heute früh hörte ich im Kulturradio de rbb einen Bericht über die diesjährigen Donaueschingen -
Musiktage von Andreas Goebel. Er zählte vieles auf, war von manchem angetan, sogar begeistert von der musikalischen "Kulinarik" des Wolfgang Rihm (na ja) - und dann folgte ein ganz erstaunlicher Gedanke. Gefragt nach dem "Stand" der Neuen Musik, meinte er, es fehlten eben die Zentralfiguren der Vergangenheit, an denen man sich habe orientieren können, wie Nono,
Gerade las ich in der neuen Nr. der Online-Zeitschrift tà katoptrizómena eine Polemik von Andreas Mertin, in der er zu begründen versucht, warum er den vor einer Woche zuende gegangenen Kulturkongreß der Evang. Kirche in Deutschland nicht besucht hat http://www.theomag.de/73/am368.htm
Wenn ich an den Kürtener Stockhausen-Kurs 2011 zurückdenke, war eines der besonderen Phänomene, wie gut besucht alle abendlichen Konzerte waren. Und das Publikum stammte, mal abgesehen von den Kursteilnehmern, überwiegend aus Kürten und Umgebung und war überhaupt nicht identisch mit dem sonst üblichen "Neue-Musik-Publikum" - eher die normalen, an Musik interessierten Menschen. Eine ganze Reihe dieser Leute kam jeden Abend; diese besonders, aber auch viele andere waren eine geradezu enthusiasmierte Zuhörerschaft. Es zeigte sich, daß